Was hat Ghandi mit den Linken gemeinsam? Beide sind der Auffassung, dass es gut ist, wenn alle Menschen – und nicht nur bestimmte Gruppen – Toiletten putzen. Ghandis Vision war nicht nachhaltig, ist es die Vision der Linken? Betrachten wir mal den Globus: In der EU leben rund 450 Millionen Menschen. In Asien leben über 4 Milliarden Menschen, davon unter anderem über 40 Millionen in Afghanistan, über 40 Millionen im Irak, über 80 Millionen im Iran, in Pakistan über 200 Millionen und in Syrien immerhin noch 20 Millionen. Wer in all diesen Ländern Toiletten putzt, dürfte nicht schwierig zu erraten sein. Wie wahrscheinlich ist es, dass all die jungen Männer, die hier Asylanträge stellen, denken: „Toll, hier putzen die Männer Toiletten, und manchmal stehen sie sogar in rosa Röckchen singend auf der Bühne! So will ich auch leben!“
In den 90er-Jahren waren die Kellerläden in der Berner Altstadt Bern so richtig hip. Da fand man allerlei Kurioses, wenn man die steilen Treppen in die Gewölbe runtergeklettert war. Heute sind die Kellerläden eher ein Auslaufmodell. Man könnte argumentieren, dass sie auch nicht sehr inkludierend waren, da nicht jede bis jeder die Treppen bewältigen konnte. Aber wenn man ehrlich ist, ist es wohl eher wie bei der Freiwilligenarbeit und der Demokratie: Es scheint vielen einfach mit zu viel Aufwand verbunden in einer Zeit, in der alles mit einem swipe, einem scan oder einem click erledigt werden kann.
Demokratie macht tatsächlich viel Arbeit. Aber es ist eben auch wie dereinst in den Kellergewölben: Der Aufwand wird belohnt mit etwas, was nicht alle auf diesem Planeten haben: Freiheit und echte Mitbestimmung!




